Um Kinder mit gravierenden Schwierigkeiten in den arithmetischen Basiskompetenzen zu identifizieren, braucht es geeignete Diagnoseinstrumente. In den vergangenen Jahren wurden unterschiedliche Verfahren entwickelt, die Lehrpersonen dabei unterstützen. Drei kostenlose Verfahren möchte ich hier vorstellen.
Das Bayreuther Testpaket verbindet Screening und Förderdiagnostik. Mit dem Bayreuther Rechentest (BRT) kann zunächst die gesamte Klasse getestet werden. Ziel ist es, jene Kinder zu identifizieren, die gravierende Schwierigkeiten beim Rechnen zeigen. Für diese Kinder steht anschließend die Bayreuther Förderdiagnostik (BFD) zur Verfügung. In einem materialgestützten Einzelinterview werden tiefere Einblicke in die individuelle Lernausgangslage gewonnen, um darauf aufbauend passende Fördermaßnahmen abzuleiten. Für die Förderdiagnostik sind etwa 40–50 Minuten einzuplanen.
Eine weitere Möglichkeit bietet DiToM – Diagnostic Tools in Mathematics. Im Rahmen eines europäischen Projekts wurden fünf aufeinander abgestimmte Screening-Instrumente entwickelt, die in mehreren Sprachen zur Verfügung stehen. Für den Übergang und die Sekundarstufe sind insbesondere die Screenings 4+, 6+ und 8+ interessant. Die schriftlichen Tests können mit der gesamten Klasse durchgeführt werden und geben einen ersten Überblick darüber, welche Kinder in bestimmten mathematischen Bereichen zusätzliche Unterstützung benötigen. DiToM weist ausdrücklich darauf hin, dass das Screening eine vertiefende individuelle Diagnostik nicht ersetzt.
Das Leipziger Diagnostikum arithmetischer Basiskompetenzen (LeDi-Arithmetik) wurde an der Universität Leipzig entwickelt. Es steht für die 5./6. sowie 7./8. Schulstufe zur Verfügung und kann sowohl einzeln als auch mit der gesamten Klasse durchgeführt werden. Ziel ist es festzustellen, ob die für das weitere Lernen in der Sekundarstufe notwendigen mathematischen Basiskompetenzen ausreichend entwickelt sind. Die Durchführung dauert etwa 30–70 Minuten.